Geschichte

1437 – erstmalige Erwähnung des „hofwürth zu Seekhürchen“

Für das Pfleggericht Altentann lässt sich anhand des Landrechts von 1437 der hofwürth zu Seekhürchen als Banntaverne festhalten, deren Existenz allerdings geraume Zeit vor der Niederschrift des Landrechts postuliert werden kann.

DER AKTUELLE „HOFWIRT“

Das erstmals im Jahr 1437 erwähnte Gasthaus wurde 2015 von der Stadtgemeinde angekauft. Seit Anfang 2018 wurde das historische Gebäude des Hofwirts generalsaniert.

Da die Bausubstanz sehr in die Jahre gekommen war, mussten große Teile des Unterbaues erneuert und die bestehenden tragenden Wände Meter für Meter unterfangen (stabilisiert) werden. Die Haustechnik (Lüftung, Elektro, Kühlung usw.) wurde komplett neu installiert. Auch die Küche mit den Kühl- und Technikräumen wurde neu errichtet.

Für die zwei gemütlichen Stuben wurde ein neues Konzept erarbeitet – Glastüren sorgen für ein offenes Flair, das Mobiliar ist nun modern und ansprechend. Der Hauptgastraum ist durch drei Glastüren in Richtung Gastgarten offener und lichtdurchflutet geworden. Die historische Holzdecke wurde freigelegt, sandgestrahlt und ist nun zu einem Prunkstück dieses Raumes geworden. Die alte Haupteingangstüre in Richtung Hauptstraße wurde restauriert und wiedereingesetzt. Die Sanitäranlagen wurden erneuert und zusätzlich um eine Toilette für Menschen mit Beeinträchtigung erweitert. Durch den neu eingebauten Personenaufzug sind nun alle Räumlichkeiten – auch der Festsaal – barrierefrei erreichbar.

Der Saal im Obergeschoß erstrahlt weitgehend im ursprünglichen Stil. Der alte Holzboden wurde repariert, abgeschliffen und neu eingeölt. Auch die alten Luster sind wieder im Saal integriert. Neu hinzugekommen sind mobile Trennwände, wodurch der Saal nun auch geteilt werden kann. Eine fixe Garderobe, Personalräume und eine Außenfluchtwegstiege wurden errichtet. Der Schank- und Barbereich ist neu eingerichtet und durch eine Ausgabeküche ergänzt. Durch die räumliche Vielfalt eignet sich der Hofwirt besonders für Hochzeiten, Firmenfeiern, Familienfeiern, Taufen, sowie jegliche Form von Besprechungen, Tagungen und Seminaren.

Im Dachgeschoß war es notwendig den Dachstuhl teilweise zu erneuern und zu verstärken. Auch der Technikraum befindet sich nun unter dem Dach.

Auszug aus der „Hauschronik Seekirchen“:

Alte Bezeichnung:

Hoftaferne mit Fleischbank und Tanzbodenhaus (Markt 30) mit „Bubenanger“,
zeitweise auch Schwartlhaus (Neuhofer) und Floschinghof (Elektro Haider) Hofwirtsbesitz.
GH: Sighartstein (Überacker)

1490: Rupert Ranshofer, Hofwirt, Zechpropst bei der Armenseelenbruderschaft Seekirchen und Gattin Margarethe
1540: Leopold Kirchmayr, Hofwirt
1560: Peter Erlacher
1575: Sohn Barthlmä Erlacher
1580: Kauf: Leonhard Mayrburger und Anna Augermüller, Schafelmüllerleute; hier wohl ein Pächterehepaar: Wolf Aichinger und Magdalena, die dann das Höllwirtsanwesen erwerben (?);
Um 1600: Bstandmann: Koloman Stangl
1603: Tochter Magdalena Mayrburger und Johann Leimüller von der Leimühle
Um 1618: Zweitehe mit Balthasar Stangl von Rutzing, der erst 1626 Hälftebesitzer wird.
1650: Tochter Juliane Leimüller, seit 1629 getraut mit Hans Bayrhamer (vom Bayrhamerhaus,
Markt 42 ?). Die beiden waren schon zwanzig Jahre Besitzer des Oberledereranwesens
(Höllwirt-Zuhaus) gewesen. Sie stellen auch hier einen Wirtspächter an: Johann Richard Neumayr, ein Bauernsohn von Winkl (?) und Magdalena Freund.
1654: Tochter Maria Bayrhamer und Michael Mödlhamer von Bauernegg (Rappl)
1690: Sohn Michael Mödlhamer und Maria Winklhofer (vom Kurzengut?)
1718: Zweitehe mit Hans Kapeller, Witwer von der Reindlmühle
1734: Sohn Josef Mödlhamer und Maria Lackner vom Metzger hier, 1736 Zweitehe der Witwe mit Johann Feninger vom Irnbauer in Kalham/Eugendorf
1774: Sohn aus der Zweitehe Franz Feninger und Johanna Kapeller vom Bräu; 1777 Zweitehe der Witwe mit Josef Doll, Schaufelmüller; 1797 Drittehe des Doll mit Anna Maria Karl von Straßwalchen.
1797: Tochter Theresia Feninger und Georg Poller vom Wirt in Ursprung. 1811 Zweitehe mit Theresia Hippoldsroiter vom Stiegenwirt
1831: Sohn Andreas Poller und Maria Gmachl vom Wirt in Anthering
1858: Sohn Andreas Poller und Johanna Schreder vom Pommer (damals) Schrederwirt
1890: Sohn Benedikt Poller (gest. 1898) und Schwester Johanna Poller (gest. 1901)
1901: Pankraz Mühlbacher, Maurermeister, und Maria Poller, Hofwirtstochter (getraut 1877)
1902: Kauf: Johann Stöger aus Obertrum, und Anna Lagger aus Lieseregg bei Gmünd in Kärnten (getraut 1899 in Obertrum)
1913: Kauf: Josef Sigl, Bräu in Obertrum; Pächter Felix Flöckner und Gattin.

Weitere Pächter:
1925: Ferdinand Mösl von Mattsberg und Kreszentia Solomon.
1933: Zweitehe mit Johann Strasser (Rotmoos Hansl).
1933: Franz Gmachl, Wirtssohn von Anthering.
1934: Franz Vogl, Wirtssohn von Anthering, und Gattin Maria, Wirtstochter vom Gringerwirt in Kemating
1953: Kauf: Josef Schöppl und Aloisia von Markt Nr. 30
1957: wieder Besitz Sigl, Bräu in Obertrum; Pächterleute: Jakob Holzner und Johanna geb. Eidenhammer;
1978: Franz Mösl, Wirtssohn von Mödlham und Rosmarie geb. Voithofer aus Krimml

Quelle: Andreas Radauer, Hauschronik Seekirchen, Abakus Verlag